Da Ärzte in der Bevölkerung ein sehr hohes Ansehen haben, ist die Reaktion auf meine Anschuldigungen bei fast jedem, dass Ärzte, niemals vorsätzlich fehlbehandeln würden, erst Recht nicht mit Todesabsicht. Dahinter steckt aber ein irrationales Wunschdenken, das wenig mit der Realität zu tun hat. Im Dritten Reich stimmten mit nur einer Ausnahme sämtliche deutsche Psychiater für das Euthanasie-Programm, von Ärzteseite gab es keine nennenswerte Widerstände gegen die Naziverbrechen. Auch wenn wir heute nicht mehr in einem totalitären System leben, schreiben doch unzählige Bücher und alternative Bücher, wie systematisch Ärztepfusch vertuscht wird, und die kriminellen Machenschaften der Pharmaindustrie, in der es um Milliarden-Profite geht.

Meine Behandlungen im Theodor-Wenzel-Werk (und auch den anderen Krankenhäusern) zeigen so deutlich die Unfähigkeit von Ärzten auf, würden viele Behandlungsmethoden in Frage stellen (Psychopharmaka, EKT, künstliche Ernährung), und es wird einen großen Skandal ergeben, wenn mein Fall an die Öffentlichkeit kommt. Die Ärzteschaft hatte deswegen kein Interesse daran, dass ich überleben würde. Da ich wider jeder Erwartungen jetzt doch gesund geworden bin, wird es zu Prozessen kommen, die das Image der Schulmedizin beträchtlich schädigen werden.

Sogar im Dritten Reich war es nicht so einfach, „lebensunwertes“ oder „unangepasstes“ Leben zu beseitigen. Deswegen ließ man die ungewollten Menschen oft einfach verhungern. Als ich im Januar 2016 ins Charité-B.-F. kam, war ich in einem lebensbedrohlichem Zustand und galt als austherapiert. Es wäre niemanden aufgefallen, wenn ich verstorben wäre.

In meiner langen Behandlungszeit in der Charité B.-F. Wurde ich über 1,5 Jahre wie ein hypochondrischer Magersüchtiger mit „überwertigen Ideen“ behandelt, und den Verlauf der Zwangsernährung im TWW ignoriert. Aus den Krankenakten geht hervor, dass intern den Ärzten schon bewusst war, dass ich ein deutlich komplexeres Krankheitsbild hatte, welches das schulmedizinische Paradigma in Frage stellen würde. Ich hatte über 10 Jahre eine Ernährung, die der Deutschen Gesellschaft für Ernährung eigentlich zu schweren Nährstoffmängeln und zum Hungertod hätte führen müssen. Ich ernährte mich viele Jahre fast ausschließlich von Früchten und hatte niemals einen Proteinmangel. In den Jahren vor der Zwangsernährung ernährte ich mich extrem kaloriearm, mit einem geringen Fett- und Proteinanteil (vegan ohne Soja, fast nie Gemüse). Trotzdem hatte ich nach meiner Rückkehr aus Portugal einen HB-Wert von 13,2 bei einem BMI von 12, keinen Calciummangel und am 10.9.14, als die Zwangsernährung beschlossen wurde, war mein Gesamtprotein im Normalbereich. Solche guten Blutwerte hatten die Ärzten mit Sicherheit noch von keinem anderen stark kachektischen Patienten gesehen. Obwohl ich immer den Wunsch geäußert hatte, in die Charité-Psychosomatik verlegt zu werden, wurde ich mehrfach von den Charité-Ärzten als Patient abgelehnt, die fehlgeschlagene Zwangsernährung wurde also auch von ihnen getragen. Durch die unnötige PEG-Sonde entwickelte ich eine lebensbedrohliche Peritonitis, unter ausschließlich künstlicher Ernährung verschlechterten sich sämtliche Blutwerte (HB 8,8, Calcium 1,77) dramatisch, mit teilweise über 200 Gramm Protein am Tag verschlechterten sich meine Albumin-Werte, meine Narbe verheilte monatelang nicht. Ich verlor in wenigen Monaten mehr Gewicht, als in den drei Jahren zuvor zusammen. Weil ich diesen Verlauf vorausgesagt hatte, revidierte der Oberarzt, als er mich schließlich als austherapiert entließ, seine „Wahn“-Diagnose.vTrotzdem wurde in der Charité meine Metabolismus-Anomalie als „überwertige Idee“ bezeichnet. Kein einziges Mal kam von den Ärzten ein Zugeständnis, dass es in meiner Krankengeschichte Fehlbehandlungen gab.

Im Dezember, als ich in die Notaufnahme kam, stellte mir die Oberärztin Fr. Dr. Hinkelmann Aufnahmebedingungen (die ersten Wochen eine Nasensonde mit 200kcal Sondennahrung), von denen sie wusste, dass sie mich mit Sicherheit abschrecken würden. Sie kannte den Verlauf der Zwangsernährung, bei der sogar eine hochkalorische künstliche Ernährung zu einem Gewichtsverlust geführt hatte.

 

Als ich sechs Wochen später dann doch mich von meinen Eltern in die Charité bringen ließ, um ihnen zu ersparen, meinen Tod direkt miterleben zu müssen, bekam ich dann auch eine Magensonde, die ich mir aber schnell wieder zog, weil das Gefühl im Hals unerträglich war. In den ersten Tagen bekam ich daraufhin Fresubin, welches zuerst nach einer halben Stunde wieder als Durchfall rauskam und ich weiter Gewicht verlor. Bei meiner Verlegung auf die Psychosomatik am 22.01.16 wog ich deswegen nach meinem Aufnahmegewicht von 43,1kg nur noch 42,6 und verweigerte die Trinknahrung und verlangte normales Krankenhausessen, weil ich einen Lebenswillen hatte. Man konnte mich in diesem Zustand schlecht wieder entlassen (in der Notaufnahme hatte ein Arzt einen Nichtabweisbarkeits-Bescheinigung unterschrieben), von den Ärzten wurde mir aber signalisiert, dass sie nicht damit rechnen, dass ich überleben würde. Die Ernährungsexpertin stellte mir ein Essensplan von 600 kcal – 900 kcal/Tag für die erste Woche auf , was deutlich mehr als die Kalorienmenge zu Hause war und ich eigentlich schnell Gewicht zunehmen hätte sollen, allerdings stimmte fast nie Menge auf dem Tablett. Gleich das erste Mittagessen war eine volle Portion wovon ich Durchfall bekam. Eine Portion Käse bedeutete für manche Küchenangestellten zwei Scheiben, für andere nur eine. Einmal gab mir eine mitleidige Schwester noch ein Brot zusätzlich (vielleicht wurde ihr das auch aufgetragen), an einem anderen Tag, als ein Brot auf meinem Tablett fehlte, sagte die Schwester, dass die Regeln für Essgestörte wären, nur das was auf dem Tablett ist, zu bekommen. Auch wenn ich insgesamt mehr Kalorien als zu Hause aß, hatte ich in der ersten Woche jeden Tag so starke Gewichtsschwankungen, dass ich am 29.01. noch weiter Gewicht und Körperfett gegenüber einer Woche zuvor verloren hatte, und zum ersten Mal in einer Nacht das Gefühl hatte, mir würden meine Organe versagen.

Aufnahmegewicht: 43,1 kg

23.01.16:             42,7 kg

25.01.16              43,1 kg

27.01.16              43,4 kg

29.01.16              42,4 kg (in dieser Nacht versagten mir fast die Organe)

01.02.16              43,3 kg

03.02.16              45,5 kg (+ 3,1 kg in vier Tagen)

 

Man wird versuchen, diese Gewichtsschwankungen mit Messfehlern oder mit Körperwasser zu erklären. Nach meinem Nahtod spürte ich aber, wie sich Fettzellen bildeten und bestand auf eine BIA-Messung, welche mich bestätigte.

Es wurde außerdem mein Flüssigkeitskonsum und meine Urinausscheidung genau dokumentiert, wodurch eindeutig die Gewichtsschwankung nicht hydrationsbedingt sind. Ich hatte bereits jahrelang Erfahrungen mit extremen Gewichtsschwankungen (teilweise über 2 kg/Tag, die nicht mit Wasser erklärt werden konnten, weil ich sehr gleichmäßig trinke und uriniere). Seit meiner Rohkkostzeit zeigte ich in vielen Belangen einen Hypersensivität. Ich entwickelte einmal sogar von einem Stück gekochter Süßkartoffel grippale Symptome, reagierte sehr stark auf jede Form von Giften. Hier liegt auch die Begründung für meine Angststörung. Weil für mich diese unzähligen starken Gewichtsschwankungen der letzten Jahren unvorstellbar qualvoll waren, wurde ich fixiert darauf, meine Ernährung so zu optimieren, dass ich diese vermeiden konnte. Diese Fixierung auf Ernährung und Verdauung verstärkte aber langfristig meine Symptomatik noch weiter. In den Krankenakten steht, dass die Kalorienzahlen „exakt“ sein müssen, um das Refeeding-Syndrom zu vermeiden. Ich hatte kein Körperfett (die BIA-Messungen zeigten einen Negativ-Wert an), die geringsten Gewichtsschwankungen gingen an meine Organe.  Da ich tägliche Physiotherapie hatte und alleine im Rollstuhl zum EKG auf eine andere Station geschickt wurde, selbst an den Tagen, an denen ich ein Kaloriendezit hatte, baute ich wahrscheinlich über ein Kilogramm an Muskelmasse auf, an mehreren Tagen spürte ich aber wie auf Grund des Energiedefizits und fehlendem Körperfett meine Organe angegriffen wurden, und ich beträchtlich an Organmasse verloren haben muss, was fast zu deren versagen und zu meinem Tod geführt hat. Wie erwartet unterschlugen die Ärzte die Körpergewichtsdokumentation der ersten Wochen, sie sind aber digitalisiert und für Richter einsehbar. In dieser Nacht schlief ich nicht und hatte das Gefühl meine Organe würden versagen. Am nächsten Tag kam der Chefarzt in mein Zimmer zur Visite. Ich hatte lange Zeit eine emotionale Blockade, die Vorsätzlichkeit zu erkennen. Mit der gleichen Methode wurde in T4-Aktion im Dritten Reich „lebensunwerte“ Kinder euthanasiert. Danach wurde zum Glück die Kalorienmenge erhöht, ich hatte ein paar Tage später noch mal einen größeren Gewichtsverlust, dann legte ich mir Notvorräte an, um nicht mehr in Kaloriendefizite zu geraten. Ich sprach die unregelmäßige Ernährung ständig in Visiten an

In den folgenden zwei Wochen nahm ich mit immer noch niedrigen Kalorienmengen (1200-2100kcal) 6,6kg Gewicht zu! Die 3.,4. und 5. Bia-Messung wurde auf meinen ausdrücklichen Wunsch gemacht. Man hatte mir gesagt, dass es unmöglich wäre, mit einer so niedrigen Kalorienzahl Fett anzusetzen, und Gewichtszunahmen müsste Wassereinlagungen sein. Andere Essgestörte bekommen durch Fresubin/Sondennahrung immer Ödeme, welche ich zum Erstaunen der Ärzte nicht entwickelte. Ich behauptete, zu spüren, wie ich Fett ansetze, was von den Ärzten für eine „überwertige Idee“ gehalten wurde. Vom 22.01 bis zum 29.01. nahm ich 3,3 kg Gewicht zu, obwohl nach der Kalorientheorie die Kalorienmenge (1200-1500kcal) noch nicht einmal mein Grundbedarf deckte. Die Differenz bei Fettmasse war 2,6 kg, Muskel-und Organmasse 0,8 kg. Sicherlich ist sind die Messungen ungenau und ein kleiner Teil der Gewichtszunahme könnte man Körperwasser attribuieren, für eine Gewichtszunahme von 400 Gramm Körpersubstanz müsste man nach Ansicht der DGE einen Kalorienüberschuss von ca. 3000 kcal haben. In der Folgewoche nahm ich weitere 2,6 kg Fettmasse und 0,5 Muskelmasse zu. Um 5,2 kg Körperfett anzusetzen, bräuchte man nach der Kalorienlehre einen Überschuss von 46.800 kcal, dazu kommen noch 1,3 kg Muskel-und Organmasse. In der dritten Woche (12.2-19.2.) folgte eine weitere Zunahme an Körpersubstanz von 2,5 kg (9,0 kg in drei Wochen). Wie konnte es zu dem signifikanten Gewichtsverlust in den ersten 10 Tagen kommen? Die einzige Erklärung ist eine körperliche Überranstrengung (was man an der gewachsenen Muskelmasse sieht, am 4.2. verweigerte ich, alleine im Rollstuhl zum EKG zu fahren, weil es eine zu große körperliche Belastung war) und große Kalorienschwankungen von Tag zu Tag.

Auch war ein Oberarzt der Meinung, es wäre nicht möglich, seinen Blutzucker fühlen zu können Anlage XVII. Anlage Ich hatte jahrelang chronisch niedrigen Blutzucker und extreme Schwankungen, bei Durchfall oder unregelmäßigen Essen. Einmal maß ich einen Blutzucker von 23, ein Wert bei dem andere ins Koma gefallen wären. Ich konnte die meiste Zeit nur mit geschlossenen Augen im Bett liegen, oft noch nicht einmal Musik hören, mir fehlte jahrelang die Konzentration, um Bücher zu lesen.

Die Motivation der Ärzte sind die durch mein Überleben resultierenden Prozesse, welche vorausgesehen wurden. Ich war damals schon in der Ärzteschaft für meine radikal-oppositionelle Haltung gegenüber der Schulmedizin bekannt, für meine „narzisstisch-passiv aggressive“ Persönlichkeit und meinen starken Willen, und dass ich mich sehr wahrscheinlich gegen die Fehlbehandlungen wehren würde. Sehr selten lassen sich in der Psychiatrie Fehlbehandlungen so objektiv und eindeutig beweisen, wie bei der Zwangsernährung. Ich glaube nicht, dass besonders viele eingeweiht waren, es reichte, dem Küchenpersonal zu sagen, mir abwechselnd zu viel und zu wenig Essen zu geben, die Schwestern anzuweisen, mir nichts zusätzlich zu geben (normalerweise dürfen sie das, wenn etwas auf dem Tablett fehlt) und später alle anzuweisen, meine Zwangsernährung zum Tabu-Thema zu machen, die meisten Menschen befolgen Anordnungen ihrer Vorgesetzten, ohne sie zu hinterfragen.

Der Grund, warum ich im Krankenhaus mehr essen konnte und Gewicht zunahm, war nicht die Bevormundung der Ärzte, sondern weil meine Verdauung in der Krankenhausumgebung (Placebo-Effekt) und durch Kontakt mit anderen Menschen immer besser als zu Hause war. Ich sollte mich eigentlich an bestimmte Essenszeiten halten, in den ersten Wochen war ich aber von morgens bis spät in die Nacht ununterbrochen damit beschäftigt zu essen, weil ich keine große Menge auf einmal essen konnte. Meine Kritik, die ich bei jeder Gelegenheit äußerte, stieß auf taube Ohren. Jahrelang war für mich unverständlich, wie so viel Inkompetenz auf einer Station, welche auf die schlimmsten Fälle von Magersucht spezialisiert ist, möglich sein kann. Erst vor kurzem wurde mir bewusst, dass zumindest die Oberärzte den Verlauf der Zwangsernährung von Anfang an kannten. Dieses Thema wurde immer abgeblockt, es wurde vorgegeben, dass die Ärzte es nicht für notwendig erachteten, sich meine Krankenhausgeschichte anzuschauen. Obwohl Dr. Sänger in seinem Entlassungsbrief eingesehen hatte, dass es sich bei meiner Metabolismus-Anomalie nicht um einen „Wahn“ hielt, und die Charité-Ärzte sahen, dass ich mit regulärem Krankenhausessen in Rekordgeschwindigkeit Gewicht zunahm, wurde mir weiterhin Trinknahrung empfohlen, wenn auch nicht aufgezwungen, und meine gesamte Verdauungssymptomatik für eine „überwertige Idee“ gehalten.

Zum Erstaunen der Ärzte nahm ich in den Folgemonaten schneller Gewicht zu, als je ein Essgestörter zuvor, und dass ausschließlich mit regulärem Krankenhausessen, obwohl ich mit Durchfall zu kämpfen hatte, zeitweise krank war, und nicht immer alles aß. Ich musste schließlich nicht mehr in die Essgruppe, mir wurde eine vegane Kostform zugestanden und ich durfte mir eigenes Essen kaufen. Weil die Ärztin mir mein Durchfallproblem nicht glaubte, bekam ich den Auftrag, mich normal zu ernähren und bei Durchfall weiterzuessen. 6 Bananen am Tag und Sonnenblumenkerne war gemessen an meiner früheren Ernährungsweise nicht übermäßig, ich konnte es aber nicht mehr verdauen und hatte wochenlang starke Durchfälle.

Ein häufigeres Krankheitsbild, welches dem meinigen sehr ähnelt, ist das „Chronic Fatigue Syndrom“, für welches die Schulmedizin bis heute keine Erklärung und funktionierende Therapie hat.

Mir wurde immer gesagt, dass meine schwache Verdauung die Folge davon wäre, dass ich sie aufgrund meiner falschen Körperwahrnehmung sie immer unterfordert hatte, und die Therapie wäre, meinem Körper durch Esszwang an wieder größere Mengen und schwerer verdauliche Mengen zu gewöhnen. Dass eine Überlastung meiner Verdauungskapazität meinen Zustand noch deutlich weiter verschlechtert, wollten sie niemals sehen. Dass ich Durchfall oder grippale Symptome nicht einfach wie der durchschnittliche Mensch ignorieren konnte, hielten sie für Hypochondrie.

Analog wird CFS-Patienten gesagt, dass ihr Erschöpfungszustand eine Folge wäre, dass sie ihre Belastungsfähigkeit unterschätzten, was zu einem Teufelskreis führen würde.

Zentrales Merkmal ist eine überwältigende Schwäche, verbunden mit schwerem Krankheitsgefühl und zahlreichen weiteren Symptomen wie Schmerzen, neurologischen, endokrinen und immunologischen Manifestationen. Mein Krankheitsbild zeigte sich ebenfalls in sehr vielfältigen Symptomen, von denen keine Ernst genommen wurden. Der Stationsarzt war der Meinung, dass man mit Fieber erst recht essen müsste, da man einen erhöhten Energiebedarf hätte.

Außerdem haben zahlreiche Studien gezeigt, dass das ‚biopsychosoziale Modell’ in der Behandlung des ME/CFS nicht nur erfolglos ist, sondern dass das Modell als solches nicht evidenzbasiert ist und sogar aktiv Schaden anrichten kann: (i)

Wir kommen zu dem Schluss, dass es unethisch ist, ME/CFS-Patienten mit unwirksamen, nicht evidenzbasierten und potentiell schädlichen ‚Rehabilitationstherapien’ wie CBT/GET zu behandeln. (A Review on Cognitive Behavioural Therapy (CBT) and Graded Exercise Therapy (GET) in Myalgic Encephalomyelitis (ME) / Chronic Fatigue Syndrome (CFS). Neuroendocrinol Lett 2009:30(3):284-299) (iii)

Kein Versehen, sondern Strategie: "ungeklärt" gleich somatoform Das ist eine Strategie, bei der "ungeklärte" Erkrankungen gezielt in die Nähe psychischer Erkrankungen geschoben oder sogar gleichgesetzt werden mit somatoformen bzw. psychosomatischen Krankheit, bei denen die Betroffenen organisch gesund seien (die absolut logische Begründung: der Arzt „findet nichts“) und sie lediglich eine übermäßige Aufmerksamkeit gegenüber Symptomen wie etwa „Müdigkeit“ entwickeln, Symptomen, die eigentlich vollkommen normal und kein Anzeichen von Krankheit sind. Mit dieser Strategie werden die Patienten zudem in die Nähe von Hypochondern und Simulanten gebracht, zumindest aber in eine Rechtfertigungs- und Verteidigungsposition, in der sie nachweisen müssen, dass sie an einer (organischen) Erkrankung leiden – meist ein von vorneherein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. “Die Phantasie, dass ein glücklicher Gemütszustand Krankheiten abwehren könne, blühte und gedieh bei allen Infektionskrankheiten, bevor man das Wesen der Infektion verstanden hatte. Theorien, nach denen Krankheiten durch psychische Zustände verursacht würden und durch Willenskraft geheilt werden könnten, sind immer ein Indiz dafür, wie viel man von der körperlichen Grundlage der Krankheit noch nicht verstanden hat. Die Vorstellung, dass eine Krankheit nur durch eine Reihe von Ursachen erklärt werden könnte, ist genau das Charakteristikum eines Denkens über Krankheiten, bei dem die Verursachung nicht bekannt ist.“ "Krankheiten, von denen man annimmt, dass sie durch viele Faktoren verursacht seien, haben die breiteste Anwendungsmöglichkeit, um Metaphern für das zu werden, was als sozial oder moralisch falsch angesehen wird."

Mir wurde immer wieder gezeigt, dass den Ärzten jedes natürliche Körpergefühl abtrainiert wurden. Z. B. Sagte mir der Stationsarzt, als ich grippale Symptome hatte, dass man bei Fieber einen erhöhten Energiebedarf hat, und deswegen erst Recht essen müsste. Auch herrschte der Glauben unter den meisten Ärzten, dass Tiere in der Natur nie freiwillig fasten würden. Dass ich meinem Körper nicht unter jedem Umständen Essen aufzwingen konnte, wurde als „überwertige Idee“ angesehen. Ebenso mein extremes Durchfall-Problem:

Verkompliziert wurde die weitere Gewichtszunahme durch gastrointestinale Beschwerden im Sinne von zunächst vereinzelten, dann täglichen Diarrhoen, die dem Patienten subjektiv so zusetzten, dass er sich zeitweise nicht in der Lage sah, den Empfehlungen der Ernährungsberaterin Folge zu leisten, am Therapieprogramm teilzunehmen oder gar Belastungsexpositionen wahrzunehmen.

Die Betonung liegt hier auf „subjektiv“, da die Ärztin der Meinung war, ich könnte alle Symptome ignorieren und trotz starkem Durchfall und extremen Erschöpfungszustand ein normales Leben führen und Muskeln aufbauen. Niemand kann sich vorstellen, dass großen Gewichtsverlusten, die ich habe (so schnell ich manchmal Gewicht zunahm, konnte ich es auch wieder verlieren), und welche zusätzliche Qual Durchfall für mich war, ich konnte kein normales Leben führen. Die Ärzte waren auch der Meinung, dass man nicht vor dem Stuhlgang einen vorkommenden Durchfall spüren könnten, und hielten meine Behauptung, dass ich es schon kurz nach dem Essen spüren würde, für eine weitere „überwertige Idee“.

Mehrwöchentlich waren intensive Gespräche notwendig, um beim Patienten eine ausreichende Therapieadhärenz zu erreichen.

Ich musste immer wieder erkennen, dass dass „Fachpersonal“ mein Krankheitsbild noch nicht einmal im Ansatz verstanden, was sehr demoralisierend war. Über Jahre war der einzige Ansatz, mir zu vermitteln, dass ich sämtliche Symptome einfach ignorieren sollte. Es war auch nicht so, dass ich nie compliant war, ich machte vieles mit, von dem ich wusste, dass es für mich kontraproduktiv ist (z. B. Ergometer oder Psychopharmaka)

In diesen Gesprächen präsentierte Herr S. Stets sehr eigene Konzepte von Körperfunktionen, metabolischem Stoffwechsel [meinen anomalen Stoffwechsel wurde netterweiser nicht als „Wahn“, sondern nur als „überwertige Idee“ bezeichnet, eine Erklärung für den Verlauf der Zwangsernährung konnten mir aber auch die Charité-Ärzte nicht geben] und pathophysiologischem Zusammenhängen [Dass einerseits Ängste und Traumata, anderseits meine zerstörte Darmflora meinen Durchfall verursachten, hielt die Ärztin auch für eine „überwertige Idee“] , bei denen es sich zeigte, dass Begrifflichkeiten wie Appetit [es gibt emotionalen und physiologischen Appetit, ich hatte den ersten aber nicht den zweiten], Verdauung [die Ärzte waren der Meinung, wenn im Stuhl die Nahrungsmittel nicht mehr erkennbar waren, wäre es verdaut, selbst wenn es flüssig war. Eine Ärztin war der Meinung, dass der Durchfall erst im Enddarm entstand. Ich fühlte aber, dass sich oft praktisch nichts verdaute, der Durchfall sogar negative Energie war und mein Blutzucker sogar nach dem Essen absank, und ich wusste, dass es nicht von alleine irgendwann besser werden würde. Im extremsten Fall konnte ich sogar noch mehr Gewicht verlieren, als durch Fasten. In dem Lehrbuch der Ärzte stand, dass sich Durchfall von alleine nach einigen Tagen reguliert, was bei mir aber nicht der Fall war] usw. für den Patienten häufig eine andere Bedeutung haben als die allgemein anerkannte. Hierbei beruft sich Herr Steuber wiederholt auf sein subjektiv ausgenommen „gutes Körpergefühl“. [Ich hatte 10 Jahre mit Rohkost und vielen extremen Ernährungsformen experimentiert. Ich war davor jahrelang total auf meine Verdauung fixiert gewesen. Dadurch lernt man, wie sein Körper und seine Verdauung funktioniert.]

Schließlich entschieden wir uns zu einer umfangreichen Abklärung, die keine therapierbare Ursache für die Diarrhoen erbrachte, so dass derzeit differenzialdiagnostisch ein Reizdarm-Syndrom bzw. ein zu umfangreicher Verzehr von Südfrüchten in Frage kommt.

Es gab eine therapierbare Ursache. Ich kämpfte jahrelang für Probiotika und eine Fäkaltransplantation, um meine zerstörte Darmflora wieder aufzubauen. Darüber lernt man im Medizinstudium aber nichts, wie mir eine Ärztin eingestand. Im ganzen Krankenhaus gab es angeblich keine Probiotika. Ich wurde dagegen auf Laktose-Intoleranz getestet, was total sinnlos war, weil ich nur soviel Milchprodukte aß, weil es verstopfend wirkte. Oft tauschte ich sogar Obst für Brötchen oder Milchprodukte aus, um Durchfall zu vermeiden. Ich wurde auch auf Fruktose-Intoleranz getestet, was genauso unsinnig war, da ich das Durchfall-Problem auch in Abwesenheit von Obst hatte, und sogar Bananen (Glucose, eigentlich verstopfend) sehr schlecht verdauen konnte. Früher dagegen hatte ich die beste Verdauung mit Apfel-Monoernährungen, die konzentrierteste Form von Fruktose.

Nur weil ich unter Umständen sogar mit Durchfall Gewicht zunehmen konnte, sahen es die Ärzte als Beweis, dass ich auch mit Durchfall leben könnte. Meine Verdauung kann aber unter anderen psychischen Zuständen so schwach sein, dass das Essen schon nach einer halben Stunde wieder raus kommt, und Durchfall unabhängig vom Gewicht eine große Belastung für den Körper darstellt. Ich konnte keine Belastungsexpositionen machen und nicht von Therapien profitieren und lag fast nur im Bett, so schlecht ging es mir. In den letzten Jahren hatte ich auch oft mit wenigen hundert kcal Gewicht zugenommen (mein durchschnittlicher totaler Gewichtsverlust im Jahr war nur ca. 1,0kg bei vielen großen Gewichtsschwankungen). Das beweist aber nicht, dass diese Kalorienzahl ausreichend gewesen ist.

Nach Ausschluss einer relevanten gastrointestinalen Grunderkrankung, stellten wir dem Patienten in der Abteilung für Sportphysiologie vor, da sich Hr. S. wiederholt weigerte, Belastungsexpositionen durchzuführen.

Mein Körper war mit Verdauung so vereinnahmt, dass meine Muskeln keine Regenerationszeit hatten und ich ständig erschöpft waren. Die Ärzte interpretierten es als Simultantentum, eine Vermeidungsstrategie, um Belastungsexpositionen aus dem Weg zu gehen.

Hier zeigte sich eine Leistung, wie sie nach der langjährigen körperlichen Inaktivität und vor dem Hintergrund der Kachexie gut erklärlich ist. Schließlich erklärte sich der Patient bereit, die empfohlenen sportlichen Maßnahmen umzusetzen.

Durch die Ergometer-Therapie bekam ich so starke Muskelschmerzen, dass ich sogar Muskeln verlor, da ich gleichzeitig auch noch starken Durchfall hatte. Eine Ärztin verstand noch nicht mal, warum ich nicht rennen konnte (und zwar, weil dafür unterschiedliche Muskelgruppen benötigt werden, die mir fehlten, und es außerdem mein Knochgerüst überlastet). Mein Erschöpfungszustand erreichte ein Grad, dass ich fast nur noch im Bett lag. Bei dem Chronic Fatigue Syndrom (CFS) wird ähnlich vorgegangen:

Die Belege, dass Techniken zur Verhaltensmodifikation in der Behandlung des ME/CFS keine Funktion haben, sind bereits beträchtlich und wurden jetzt von einer Studie aus Spanien bestätigt, die herausgefunden hat, dass die zwei Interventionen, die eingesetzt werden, um das biopsychosoziale Modell zur rechtfertigen (kognitive Verhaltenstherapie und ansteigendes körperliches Training – CBT und GET) bei ME/CFS-Patienten die Werte der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (health-related quality of life – HRQL) 12 Monate nach der Intervention nicht verbessert hat und tatsächlich zu einer schlechteren körperlichen Funktionsfähigkeit und schlechteren Werten für Schmerzen bei der behandelten Patientengruppe geführt hat. (Nunez M et al; Healthrelated quality of life in patients with chronic fatigue syndrome: group cognitive behavioural therapy and graded exercise versus usual treatment. A randomised controlled trial with 1 year follow-up. Clin Rheumatol 2011, Jan 15: Epub ahead of print) „

Er beschrieb Schuldgefühle seinem Körper gegenüber, den er misshandeln würde. Dabei wurde deutlich, dass der Patient ein anderes Verständnis von gesund bzw. ungesund hat als die im allgemeinen zugeschriebene Bedeutung.

Brot und Käse waren optimal zur Gewichtszunahme, als ich in einem lebensbedrohlichem Zustand war, aber nicht langfristig. Aufgrund meines Durchfallproblems ernährte ich mich lange Zeit fast ausschließlich von Brot und Käse, was sehr gesundheitsschädlich ist.

Während der Gespräche wirkte der Patient häufig sehr lethargisch und beschrieb seine ständige Erschöpfung.

Genau wie meine Verdauungssymptomatik wurde diese Erschöpfung von den Ärzten für eine „überwertige Idee“ gehalten. Jahrelang wurde mir unterstellt, dass meine Krankheit ein Mittel wäre, keine Verantwortung im Leben übernehmen zu müssen, und versorgt zu werden. Ich verbrachte mit einem Gewicht unter 50 kg 2011/12 drei Monate in der Karibik und flog 2014 sogar mit noch weniger Gewicht nach Portugal, weil ich nicht in Deutschland und bei meinen Eltern oder im Krankenhaus leben wollte. Ich suchte mir meine Krankheit nicht aus.

Im Laufe seines Aufenthalts konnte der Patient große Fortschritte insbesondere in seinen sozialen Interaktionen auf der Station und dem Aufbau von Aktivitäten machen. Allerdings fiel es dem Patienten schwer, sich immer wieder auf Aktivitäten auch außerhalb der Klinik einzulassen und verweigerte oftmals die Mitarbeit unter Hinweis auf seinen Erschöpfungszustand.

Wie sollte ich ein Vertrauensverhältnis aufbauen, wenn man mir noch nicht einmal meinen Erschöpfungszustand geschweige meine Verdauungssymptomatik glaubte?

Inhalte der Ernährungsberatung:

- Ggf. Einplanung von Trinknahrung bei Gewichtsabnahme

Aus meiner Krankengeschichte geht hervor, dass hochkalorische Trinknahrung zu einem Gewichtsverlust geführt hatte.

-Optimierung und „Normalisierung“ der Lebensmittelauswahl

Warum ist eine „Normalisierung“ erstrebenswert?

-Reduzierung der Sonderabsprachen, z. B. Keine Obstsortenwahl mehr

Ich musste wieder das unreife Obst essen, nachdem ich zeitweise Bananen bekommen hatte

-Möglichkeiten zur Einplanung von Fleisch, Streichfett

Warum versuchte man einen Fleischesser aus mir zu machen? Einerseits empfehlen Richtlinien eine „fettarme“ Ernährung und „fettarme Milchprodukte“, anderseits wird Streichfetten eine hohe Bedeutung zugemessen. Margarine wird von vielen alternativen Gesundheitsexperten als eines der ungesundesten Nahrungsmittel angesehen.

-Verzehrsempfehlung für Obst (DGE)

2-3 (unreife) Obststücke am Tag ist ein weiteres Mittel, Dauerpatienten zu erschaffen.

-Fettqualität, Bedarf

Margarine und Rapsöl hielt die Diätassistentin für das höchstwertigste Fett, Kokosöl für ungesund, da reich an gesättigten Fettsäuren. Das Gegenteil ist der Fall!

-Schwierigkeiten, Empfehlungen anzunehmen und umzusetzen

Das sollte kein Wunder sein!

-Fragen des Pat. Nach Säure-Basen Verhältnis besprochen

Auf meinen Hinweis, dass das Krankenhausessen extrem säurebildend sei, sagte die Diätsassistentin, dass der PH-Wert des Blutes immer gleich sei. Das Körpergewebe wird aber überäuert, was viele Krankheiten begünstigt. Dem Körper werden alkalische Mineralien (z.B. Calcium) entzogen, was meine Osteoporose verschlimmert.

-Fehlende Indikation für aktuelle Ernährung: z.B. warum nur spezielle Obstsorten? Warum kein Streich- oder Zubereitungsfett?

Weil unreifes Obst ungesund ist, und man mit Bananen besser Gewicht zunehmen kann. Weil billiges Öl und Margarine ungesund ist.

- Abmessen bedarfsgerechter Mengen für Gemüse, Beilagen, Käse und Fett (Lehrküche)

Gemüse und Salat ist für mich mehr als nur eine Garnitur, um dem Teller etwas Farbe zu geben.

-Was ist eine einseitige Ernährung, was ist gesund

Einseitige Ernährungen sind sicherlich nicht immer optimal, können aber deutlich gesünder als Krankenhausessen sein!

-vegane – veget. Ernährung, Lebensmittelauswahl (z.B. Käse nicht vegetarisch?)

Das Lab zur Käsegerinnung ist jedenfalls nicht vegetarisch

-patholog. Essverhalten vs. Ernährungsweise aus ethischen Gründen

Ernährungsweise aus ethischen Gründen konnte das Personal schlecht nachvollziehen

-sehr hohe Mengen für den Obstverzehr, damit Fruktosezufuhr von 45-50g Tag, zu wenig Brot.

Ich hatte früher manchmal die zehnfache Fruktosezufuhr ohne Durchfall!

-Einplanung von mehr Brot, Streichfett, Käse zum Kalorienausgleich

Oraler Kostaufbau, beginnend mit 300kcal/Tag, Trinknahrung wurde nur sporadisch getrunken. Pat. War der Auffassung, dass er von Trinknahrung nicht zunehmen könne, sein Stoffwechsel funktioniere anders, außerdem habe ihn die Ernährung per Sonde in anderen Kliniken traumatisiert, deshalb lehnte er diese ab.

Die erste Flasche Fresubin kam nach einer halben Stunde als Durchfall wieder heraus. Beim ersten Mittagessen, sollte ich eigentlich nur eine sehr kleine Portion bekommen, es war aber eine sehr große, wodurch ich wieder Durchfall bekam

Ablehnung von Fett, Fleisch – von Fett nehme er nicht zu, er könne vorwiegend von Salat und Obst zunehmen.

Das ist absurd, das habe ich nie gesagt. Ich habe jahrelange keinen Salat gegessen, und praktisch kein Gemüse, weil es ein schlechter Energielieferant ist. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass ich mit Obst besser zunehme als mit Öl und ich auch größere Kalorienmengen essen kann, da für mich leichter verdaulich. Ich musste in der Zwangsernährung den Effekt von einer Öl-Ernährung schmerzhaft erleben. Fett ist nicht das gleiche wie Öl. Von Milchprodukten/Eiern (hoch in Fett) sind leicht verdaulich und ich nehme schnell Gewicht zu. Der Grund warum ich am Anfang Salat wollte war, weil ich wegen des „Refeeding-Syndroms“ nur eine begrenzte Kalorienzahl essen durfte. Von meiner Verdauungskapazität hätte ich aber mehr essen können, deswegen wollte ich Salat, der praktisch keinen Energiewert hat, ich wollte meine Verdauungskapazität immer voll auslasten.

Hr. S. beklagte sich erneut darüber Hunger zu haben, seine Organe schmerzten. Er könne nicht mal 2, mal 4 Scheiben Käse zur Mahlzeit essen, die Mengen müssen immer gleich sei, da es sonst seinem Organismus schade.

In der Zwangsernährung wurde die Kalorienzahl auf die Kalorie abgemessen. In der Charité wurde es der Willkür der Küchenkräfte überlassen, um ich zwei oder vier Scheiben Käse zugeteilt bekomme. Das Mittagessen konnte ein wässriger Eintopf mit nur wenig Kartoffelstücken sein, oder ein hochkalorischer Auflauf. Sogar als eine Scheibe Brot auf dem Tablett fehlte (Zufall?), meinte die Schwester, sie dürfte mir nichts extra geben. An einem anderen Tag gab mir eine mitleidige Schwester ein zusätzliches Käsebrot, was aber zu einer weiteren Gewichtsschwankung führte.

Nach einer Kaloriensteigerung auf 2200-2300 kcal klagte Pat. Weiter über Hunger, er müsse sich das Essen „erbetteln“. Wunsch bestand nach mehr Obst und Gemüse. Kartoffeln, Fleisch, Fisch, jegliche Fette wurden abgelehnt. Einsatz von mehr Milchprodukten war möglich.

Milchprodukte sind „Fette“. Ich konnte Brot und Milchprodukten am besten verdauen und am schnellsten zunehmen, darauf kam es mir an.

Tlw. konnte Pat. Gut essen, tlw. wurden die Ängste größer, bestimmte LM nicht zu verdauen, od. z. B. schädliche Auswirkung der Ernährung auf den Organismus erwartet. Pat. weiß, dass seine Ängste überwiegend unbegründet sind, trotzdem beherrschen sie ihn sehr.

Das hat mir die Ärztin wieder in den Mund gelegt. Ich wusste, dass sich Ängste negativ auf meine Verdauungssymptomatik auswirken, glaubte aber nie, dass sie unbegründet sind. Es gab auch unter Ärzten die Meinung, dass man selbst mit Fieber normal weiteressen sollte. Dass dies bei mir nicht möglich war, da mein Immunsystem extrem schwach war, wurde ich verstanden.

In der Lehrküche hatte Pat. Schwierigkeiten die empfohlenen Mengen zu portionieren, er wollte z.B. weniger Kartoffeln. Die üblichen Nebentätigkeiten beim Kochen, wie Aufräumen, Geschirrreinigung etc. konnten nicht eigenständig bewältigt werden.

Das ist wieder ziemlicher Unsinn. Es gibt kaum ein Mann, der in seinem Leben soviel Geschirr abgewaschen hat, wie ich. Und ich hatte ein Präferenz für Gemüse und habe anstelle von Kartoffeln Brötchen gegessen, da diese verstopfend wirkten.

Im weiteren Verlauf lehnte Pat. Wieder jegliche Lebensmittel tierischer Herkunft und Sojaprodukte ab, so dass eine ausreichende Kalorienzufuhr nicht mehr abzusprechen war, außerdem eine Mangelversorgung mit bestimmten Nährstoffen bestand, was Hr. St. nicht so sehen wollte.

Die Begründung, warum vegane Kost für essgestörte normalerweise nicht erlaubt sei, war dass eine ausreichende Kalorienzufuhr nicht sicherzustellen ist. Dabei hat der vegetarische Brotaufstrich mehr Kalorien, als Käse. Ich stimme zu, dass man mit der gleichen Kalorienmenge an pflanzlichen Fetten nicht soviel Gewicht zunimmt, wie mit Käse, die Erklärung hatte die Diätassistentin aber nicht, welche an das Kalorienmodell glaubte.

Zuviel Brot und Milchprodukte hätten bei ihm einen Calciummangel verursacht, außerdem könne er auf Grund eines genet. Defekts niemals Körperfett zunehmen, auch bei einer sehr hohen Kalorienzufuhr.

Meike, nicht jeder kann ein Alpha-Männchen wie Paul sein, wann wirst du das verstehen? Die Beatles hätten ohne Ringo Starr nie funktionieren können! Ich war schon in meiner Schulzeit (als Fleischesser) unsportlich und der schwächste in meiner Klasse, ich habe nie von einem „Defekt“ geredet. Warum steht eigentlich nicht dein Name unter dem Brief, sondern Pauls? . Competitive Eaters, welche regelmäßig über 10 000 kcal essen, haben oft ein fast anorektisches Gewicht, weil Kalorien nicht automatisch in Fett und Protein nicht automatisch in Muskeln umgewandelt werden!

Eine vegane Ernährung mit wenigstens annähernder Kalorien- und Nährstoffzufuhr konnte nicht besprochen werden, da Pat. Zeitweise kaum Brot, keine Kartoffeln essen wollte, überwiegend nur Gemüse, Salate und Obst, was einer einseitigen Mangelernährung entspricht.

Ich habe zu keiner Zeit überwiegend Gemüse, Salat und Obst gegessen. Ich habe nachdem ich nicht mehr in der Essgruppe war, keine Milchprodukte und wenig Brot bestellt, da bei Mitpatienten immer soviel übrig geblieben ist und ich die Essensverschwendung reduzieren wollte. Deine Hot-Dog-Mittagessen ist wahrscheinlich eine ausgewogene Vollwerternährung. Aber den Großteil des Briefes scheinst du von Fr. N. übernommen zu haben.

Pat. begründet Wunsch nach dieser Ernährung mit tlw. Widersprüchlichen Argumenten, z. B. Seien ihm die ethischen Gründe nach dieser Ernährung wichtiger als seine Gesundheit: er nehme eine Mangelernährung in Kauf, fehlende Nährstoffe, wie z. B. Vit. B12, Calcium, Eisen etc. wolle er substituieren.

Das ist mal wieder Unsinn und zeigt, dass Logik auch nicht zu deinen Stärken gehört. Nur weil letztendlich Ethik die höherwertige Motivation gegenüber Gesundheit für eine vegane Ernährung ist, habe ich niemals geglaubt, dass vegane Ernährung eine Mangelernährung ist, erst Recht nicht im Vergleich zu der Krankenhausernährung. Vitamin B12 sollte man substituieren, ich habe niemals gesagt, dass Calcium oder Eisen ein Problem wäre, das war euer Glauben. Ich lehnte auch die Calcium und Eisen-Supplemente ab, da ich weiß, dass sie nicht nur wirkungslos sind, sonder auch gesundheitsschädlich. Hier sind meine Blutwerte vor und nach der Zwangsernährung (im August hatte ich drei Wochen nichts gegessen und wog 42,6 kg, im Februar 2015 aß ich nur noch Trockenfrüchte, trotzdem waren meine Blutwerte deutlich besser als bei künstlicher Ernährung, die hochdosiertes Eisen und Calcium enthielt).

 

25.08.

27.08.

11.09.

23.09.

09.10.

24.10.

26.10.

28.10.

31.10.

03.11.

18.11.

19.11.

26.11.

18.12.

24.12.

01.01.

07.01.

15.01.

25.01.

03.02.

23.2.

Hämoglobin

13,4

13,4

 

12,7

10,8

9,0

8,8

9,0

9,7

9,4

10,5

12,3

11,8

13,9

 

10,3

10,6

 

11,2

13,1

11,7

Calcium

2,24

 

2,19

 

2,04

1,83

1,77

1,88

1,98

1,99

2,22

2,08

2,16

2,10

2,14

 

2,24

2,14

2,07

 

2,24

Als die Diätassistentin mir ihre Ansicht mitteilte, dass man ohne Milchprodukte einen Calciummangel bekommt, wies ich sie darauf hin, dass die Länder mit dem höchsten Konsum von Milchprodukten auch die höchsten Osteoporose-Raten hätten. Das versuchte sie damit zu erklären, dass die Menschen in diesen Ländern wenig bewegen würden. Trotz der riesigen Mengen an Milchprodukten, die ich konsumierte (weil gut verdaulich und geeignet zur Gewichtszunahme), entwickelte ich einen alimentären Calciummangel. Wie kann es sein, dass der einzige Konsens unter alternativen Ernährungsexperten, die sehr unterschiedliche Ernährungsformen vertreten, ist, dass die Ernährungslehre der DGE und Krankenhausessen so ziemlich die ungesündeste Ernährung ist?

Täglich zeitweise Verzehr von 15-16 Früchte (überwiegend Orangen) dazu Gemüse, Salat, kaum Brot/Brötchen – max. 1-2 am Tag, kein Verzehr von Kartoffeln o.a. Sättigungsbeilagen zum Mittag.

Hier unterstelle ich der Ärztin vorsätzliche Unehrlichkeit. Ich aß maximal 6 Orangen am Tag, die meiste Zeit aß ich als Obst hauptsächlich Bananen, ich berichtete nur früher Apfelsinen-Monoernährungen gemacht zu haben (ohne Durchfall). Sie wusste auch, dass ich große Mengen Brötchen und Milchprodukte, die bei anderen Patienten übrig blieben, aß. Sie war der Meinung gewesen, dass meine Angst vor Durchfall Hypochondrie sei, und hatte mich beauftragt normal zu essen und nicht zu versuchen, meinen Durchfall zu regulieren (es gab Zeiten, wo ich mich nur von Brot und Käse ernährte). Als ich dann wochenlangen starken Durchfall hatte, versuchten die Ärzte eine Erklärung dafür zu finden (Riesenmengen an Obst). Ich bekam auch in Abwesenheit von Obst Durchfall und konnte früher ohne Probleme mehrere Kilo Obst ohne Durchfall essen.

Sehr hohe Fruktosezufuhr konnte als Ursache des breiigen Stuhls nicht akzeptiert werden.

Glucose oder Gemüse oder Sojaprodukte konnte ich genauso schlecht verdauen.

Er bezeichnete seine Essstörung als orthorektisch, außerdem habe er Ängste vor Diarrhoen. Es sei ihm klar, dass unter der empfohlenen Ernährung mit weniger Obst sich seine Stuhlproblematik bessern würde, aber er könne sich aus ethischen Gründen nicht darauf einlassen.

Das ist wieder Unsinn, ich halte es nicht für unethisch kein Obst zu essen, man kann sich auch ohne Obst vegetarisch/vegan ernähren.

Kurzeinschätzung des Verlaufs:

Bei einer Gewichtszunahme von 20kg gute Zunahme von Fett, zu wenig Muskelmasse auf Grund der veganen Ernährung.

In den sechs Monaten ernährte ich mich höchstens eine Woche vegan, den Rest der Zeit bestand meine Ernährung zu 50% aus Milchprodukten. Es ist aber nicht so, dass jeder Mensch automatisch tierisches Protein in Muskeln umwandelt. Vom 12.02.-19.02. baute ich in einer Woche 1,7 kg Muskelmasse auf. Bis zum 13.05. baute ich weitere 5,1 kg (18,3kg) Muskeln auf, was der Ärztin zu wenig war, sie glaubte mir meinen Erschöpfungszustand nicht. Die Ergometer-Therapie überanstrengte mich aber dermaßen, dass sich meine Muskeln im folgenden Monat nicht regenerieren konnten, und ich zeitweise dadurch sogar Muskeln verlor! Diese Messung wurde im Arztbrief nicht aufgeführt. Am 15.07. hatte ich dann wieder etwas Muskeln zugenommen (19,6kg)

Der stärkste Mann der Welt war vor einigen Jahren Veganer :

1,70 Meter groß, aber breit wie eine Schrankwand. Patrik Baboumian gewann 2011 den „Strongest Man“-Wettbewerb. Als starker Koloss mit Comic-Aura wirbt er für schwache Geschöpfe: Baboumian ist Veganer. (Die Welt 28.03.2015 ). Die stärksten Tiere der Welt sind Pflanzenfresser. Ich selber war zu meiner Schulzeit der schwächste in meiner Klasse, und erreichte meine höchste Muskelmasse mit einer veganen Ernährung.

Die Skala „klassisches narzisstisches Selbst“ besitzt einen Wert unterhalb des Referenzbereiches. Für die Skalen Somatisierung und Essstörung liegen die Werte unterhalb des Referenzbereiches vor.

Hier zeigt sich, wie wenig Aussagekraft diese psychologische Skalen haben. Es steht im Widerspruch mit der subjektiven „Narzissmus“-Diagnose.

Das Antidepressivum, welches ich bekam, war sechsmal so teuer wie andere Antidrepressiva,aber nicht wirksamer. Antidepressiva sind nicht nachgewiesen wirksamer als Placebos, in der bis jetzt größten Studie schnitten Placebos sogar besser ab! Dafür haben sie sehr viele negative Wirkungen:

Sehr häufige Nebenwirkungen Cipralex (Antidepressivum):
Benommenheit, Schlaflosigkeit,
 KraftlosigkeitKopfschmerzen, Zittern, Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, vermehrtes Schwitzen.

Häufige Nebenwirkungen:
Schlafstörungen, allgemeines Erschöpftsein, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Angststörungen, Aufgeregtheit, Nervosität, Müdigkeit, vermehrtes Gähnen, verändertes Traumerleben, Verwirrtheit, Appetitveränderung, Gewichtsveränderung, Teilnahmslosigkeit, Selbstmordneigung, Empfindungsstörungen, Luststörungen (Libido-Abnahme), Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Erbrechen, Blähungen, erhöhter Speichelfluss, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Samenergussstörungen, Impotenz, schmerzhafte Monatsblutungen, Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Hautausschlag und Juckreiz , Sehstörungen, Geschmacksstörungen, Muskelschmerzen, Herzklopfen, Herzrasen, Blutdruckerniedrigung.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Euphorie, Aggressivität, allergische Reaktionen wie Husten und Atemnot, Krampfanfälle, Herzschlagverlangsamung, Leberwertanstieg, Lichtüberempfindlichkeit, Ohrensausen, Ohnmachtsanfälle, Orgasmusstörungen bei Frauen.

Besonderheiten: 
Nach Absetzen des Wirkstoffes kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit, Empfindungsstörungen und Angstzuständen kommen. Diese Beschwerden klingen meist innerhalb von zwei Wochen ab, können aber auch zwei bis drei Monate und länger anhalten. Eine Beendigung der Behandlung sollte daher nur mit langsamer Dosisverminderung über Wochen oder Monate hin erfolgen.

Diese Psychopharmaka sind so konzipiert, dass sie über den Placebo-Effekt nicht helfen, den Patienten aber abhängig machen, und er beim Absetzen eine Verschlimmerung seiner Symptomatik erlebt. Dieser Umstand trug auch dazu bei, dass ich nach meiner ersten Roten Karte einen Absturz hatte, weil ich nur aus compliance die Medikamente genommen hatte, sie aber nicht zu Hause nehmen würde.

In Verbindung mit der Einnahme von MAO-Hemmern kann das lebensbedrohliche Serotonin-Syndrom mit Verwirrtheit, Zittern, Schwitzen, Fieber und Blutdruckabfall bis hin zum Koma auftreten.

 

Als Calciumsupplement für meine Osteoporose bekam ich Calciumcarbonat, welches von allen Präparaten die schlechteste Bioverfügbarkeit hat und nicht signifikant wirksamer als ein Placebo ist.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass Calciumsupplementation bei Osteoporose überhaupt hilft!

Mein erster Bezugstherapeut Hr. Lammel, der bei meiner Entlassung nicht mehr in der Klinik arbeitete, schrieb in seinem Bericht, der in den Originalakten unterstrichen (bemängelt) ist (höchstwahrscheinlich von der Oberärztin): „Seine biografischen Erlebnisse konnten nur bedingt thematisiert werden. Von besonderer Bedeutung ist die Zwangsernährung, die in einer vorangegangenen Behandlung angewandt wurde.“ Dieser Bericht wurde deswegen auch nicht in den Arztbrief übernommen

Das könnte man so verstehen, dass das Personal angewiesen wurde, mit mir nicht über die Zwangsernährung zu sprechen, was auch der Fall war. Immer wenn ich über dieses Thema ansprach, wurde das Thema gewechselt. Ich glaube zwar nicht, dass die Assistenzärzte und Therapeuten über den genauen Verlauf eingeweiht waren, sie wussten aber, dass es ein Tabu-Thema ist.

Auf meine Bitte nach Probiotika, die in der Vergangenheit meiner Verdauung geholfen hatten, bekam ich Mutaflor, ein wirkungsloses Präparat, welches mir noch suspekter geworden ist, nachdem ich gelesen habe, dass es Hitler von seinem fragwürdigen Leibarzt verschrieben wurde. Mir wurde gesagt, dass im Krankenhaus keine Probiotika vorrätig wären, und diese erst bestellen müsste, folgende Publikation beweist aber, dass die Charité sich mit Probiotika auskennt:

https://www.charite.de/arbmkl/publikationen/2007meierlochsprobiotika.pdf

Wenn in den zwei Jahren in dem größten Krankenhaus wirklich keine Probiotika vorrätig gewesen wären, würde das beweisen, dass die Patienten nicht geheilt werden sollen. Die Darmflora ist zentral bei vielen Krankheiten, Probiotika haben keine Nebenwirkungen und machen nicht abhängig.

Electromagnetic Pulsed Frequency Therapy (EMPF) oder Chelat-Therapie hätte meiner Osteoporose entgegen wirken können, es sind relativ kostengünstige unschädliche Therapien, die aber nicht von der Schulmedizin verwendet werden oder von der Krankenkasse bezahlt werden.

Ich willigte sogar auf eine Darmspiegelung ein und Lactose/Fructose-Toleranz Tests, obwohl ich wusste, dass die Ursache meine in der Zwangsernährung zerstörte Darmflora und psychosomatisch ist, der einzige Grund warum ich Milchprodukte (Laktose) und Brot (Gluten) in großen Mengen aß war, weil es verstopfend wirkte. Die Ärztin versprach mir, Probiotika zu bestellen, das Versprechen wurde aber nicht eingehalten.

Nach Wochen starken Durchfall wurde von den Ärzten schließlich eingesehen, dass es sich nicht von alleine regulierte, die durfte meine Verdauung wieder kontrollieren und erholte mich. Im Arztbrief wurde es als Reizdarmsyndrom bezeichnet, was aber ein anderes Krankheitsbild ist.

Nach einem Bruch der Stationsregeln wurde mit dem Patienten am 26.07.2016 eine therapeutische Pause von einer Woche besprochen.

Es wurde lange Zeit toleriert, dass ich einer nicht-essgestörten kachektischen Patienten Massagen gab. Diese hatte in der Vergangenheit hunderte Verehrer und unzählige Beziehungen und wurde von allen bewundert. Als ich aber einer magersüchtigen Patientin eine Massage gab, die in ihrem Leben von Männern nur abgelehnt worden war, und auch das Bedürfnis nach Berührung hatte, bekamen wir beide eine Rote Karte. Körperkontakt zwischen Patienten war nämlich streng verboten, weil den Therapieerfolg gefährdend. Es war sehr abwegig, dass sich irgendwelche sexuelle Handlungen daraus entwickeln hätten können, die Zimmertür stand offen und die Zimmernachbarin war anwesend. Ich fand es sehr bezeichnend, wie essgestörten Patienten Grundbedürfnisse verweigert werden, und sie sogar dafür bestraft werden. Dieses Mädchen wollte danach nicht mehr in Therapie kommen, und müsste inzwischen tot sein. Auch Freundschaften unter Patienten wurden nicht gerne gesehen, weil die Patienten sich auf sich selbst konzentrieren sollten.

In der Therapiepause verlor ich wieder viel Gewicht und bekam als Konsequenz bei meiner Wiederaufnahme einen Gewichtsvertrag, was für mich nicht sehr hilfreich war, da es nicht meine Absicht war, Gewicht zu verlieren.

Weil die Ärzte der Ansicht waren, dass "zu viel" Obst meinen Durchfall verursachen würde (vor der Zwangsernährung hatte ich zeitweise mich ausschließlich von Obst ernährt, ohne Durchfall zu bekommen), wurde mir Obst verboten, als ich trotzdem Durchfall bekam und Gewicht verlor, wurde ich mit einer Gelben Karte bestraft. Weil ich panische Angst hatte, wieder zu meinen Eltern, ernährte ich mich länger Zeit fast nur von Brot und Käse, um das Gewichtsziel zu erreichen und schaffte es trotzdem nicht. Die Rote Karte bekam ich dann, weil ich mir von anderen Patienten übrig gebliebene Brötchen und Käse hatte schenken lassen. In der Zeit bei meinen Eltern konnte ich wieder kaum was essen und es ging mir sehr schlecht. Bei meinem nächsten Aufenthalt im Herbst 2016 wollte mich die Oberärztin zuerst wieder in die Essgruppe stecken und die vegane Kostform verbieten, wogegen ich mich aber energisch wehrte.

Auf meine Bitte nach Probiotika wurde mir gesagt, dass ich einfach Joghurt essen sollen. Darin befindet sich nur ein sehr kleines Spektrum an Milchsäurebakterien und reicht nicht aus, um eine völlig zerstörte Darmflora aufzubauen. Eine Ärztin gestand mir, dass man im Medizinstudium nichts über Probiotika lernt, was man daran sah, dass sie nicht wusste, wie man Probiotika schreibt. Ich selber machte den Fehler, das selbstgekaufte Probiotikum ohne die Kapseln zu schlucken, wodurch die Bakterien nicht die Magensäure überlebten und keinen positiven Effekt zeigten.

Weil es keine messbare Ursache für meinen Durchfall gab, wurde es als Hypochondrie abgebucht. Die Ärzte waren der Meinung, ich müsste mit den gleichen Regeln und der gleichen Ernährung Gewicht zunehmen müssen. Als ich Durchfall bekam, wurde mir Obst verboten, als das den Durchfall nicht regulierte und das Gewichtsziel nicht erreichte, bekam ich eine Gelbe Karte. Ich hatte überhaupt nicht den Anspruch viel Obst und Gemüse zu essen, ich wäre glücklich gewesen, wenn ich ohne Durchfall mich wie ein normaler Mensch hätte ernähren können. Mein Durchfallproblem war so extrem, dass ich mich zeitweise ausschließlich von Brot und Käse ernährte. Durch den Gewichtsvertrag und die Bestrafungen wurde ich noch zusätzlich unter Druck gesetzt, was meine psychosomatische Symptomatik noch verschlimmerte.

Das Charité hat für jeden Patienten ein Tagesbudget von 3,00 € für Krankenhausessen und liegt damit im Vergleich mit anderen deutschen Krankenhäusern an der unteren Grenze. Das Essen wird auch von weniger gesundheitsbewussten Patienten als Fraß bezeichnet. Auch darf man einem nicht zwingen gegen seine ethischen Überzeugungen Tierprodukte oder Produkte aus der Massentierhaltung zu konsumieren. Sicherlich ist bei vielen Magersüchtigen eine vegane Ernährung Teil ihrer Essstörung, aber nicht bei allen! Dieses Essen essen zu müssen, war weder für mein Gewicht förderlich, noch für meine Verdauung/Angststörung. Die Ärzte hätten durchaus die Möglichkeit gehabt, auf psychologische Weise (bzw. mit Probiotika) meine Verdauung zu verbessern, gesagt zu bekommen, dass ich ein Hypochonder bin, weil sich die Ursachen für mein Durchfall nicht messen ließen, halfen mir nicht. Immerhin wurde eingesehen, dass der Gewichtsvertrag für mich nicht hilfreich gewesen war. Meinen letzten Aufenthalt brach ich schon nach 5 Tagen ab, weil es mir mit den Regeln unmöglich war , mein Gewicht zu halten und ausreichend ohne Durchfall zu essen. 2017 hatte ich sieben Monate Therapiepause, kam zu Hause aber überhaupt nicht klar. In der letzten Zeit ernährte ich mich praktisch fast ausschließlich von Brot und Käse und nahm dadurch auch Gewicht zu, psychisch und körperlich ging es mir trotzdem sehr schlecht und bei einem zwischenzeitlichen Maximalgewicht von knapp 70.

Mein nächster Aufenthalt ging schnell zu Ende, weil man mir auferlegte, mich an alle Regeln für Essgestörte halten zu müssen, mit denen ich nicht mein Gewicht halten konnte. Die Ärzte waren bestimmt nicht weniger passiv aggressiv als ich, und saßen am längeren Hebel. Durch meine Nichtakzeptanz ihrer Diagnosen und meiner starken Kritik am Therapiekonzept fühlten sie sich offensichtlich in ihrem ärztlichen Narzissmus gekränkt, und ließen mich deutlich spüren, dass man über die Pflicht, mich stationär aufzunehmen, nicht helfen wollte. In der Diagnose taucht zum ersten Mal „somatoforme Verdauungsstörung“ auf, aber anstelle des oberen wie später geht die Ärztin vom unteren Verdauungstrakt auf, was bedeutet, dass der Durchfall sich erst nach der Verdauung entwickelt, und deswegen nicht dramatisch ist, und ich trotzdem ein Hypochonder bin.

In dem Sommer entwickelte ich chronische Halsschmerzen und andere grippale Symptome, die beim Essen immer schnell stärker wurden und wodurch ich wochenlang fast überhaupt nichts essen konnte. Bei einem Vorstellungsgespräch für die Psychosomatik in Havelhöhe wurde ich von der Oberärztin abgelehnt. Ich hatte ein Termin bei Fr. Dr. Kallenbach, die mir als Krisenintervention einen Aufnahmetermin in der Charité gab. Als ich an dem Tag auf der Station erschien, wurde ich ohne Begründung wieder nach Hause geschickt.

Aufnahme-Befund 17.08.17:

-fühlt sich unerwünscht, wurde letzte Woche weggeschickt, denkt bei weiteren Konflikten mit den Ärzten käme er auf eine „Schwarze Liste“ - über Jahre falsch diagnostiziert u. behandelt

Auf meinen Wunsch der Oberarzt gewechselt, von nun an wurde ich von Dr. Tuinmann betreut, der mich zwar auch zuerst in die Essgruppe stecken wollte, die folgenden Assistenzärztinnen waren aber besser und änderten meine Diagnosen. Allerdings verstanden sie nicht, dass vermutlich der größte Anteil meines Durchfallproblems mit meiner zerstörten Darmflora zusammenhängt. Zum ersten Mal bestellte sie auf meine Bitte ein Probiotikum was sich aber als nur ein Stamm von Milchsäurebakterien herausstellte und nutzlos zum Aufbau der Darmflora ist. Da auch gute Probiotika nur einen mäßigen Erfolg hatten, würde ich eigentlich eine Fäkaltransplantation benötigen, was bei meiner Indikation von der Schulmedizin nicht gemacht wird, sogar wenn man die Kosten selber übernimmt. Der leitende Oberarzt Dr. Hofmann erklärte mir, dass dieser Eingriff mit gewissen Risiken verbunden ist, was ich ziemlich ironisch fand, da fast alle schulmedizinische Eingriffe/Medikationen mit deutlich größeren Risiken verbunden sind und gleichzeitig einen geringen Nutzen (siehe PEG-Sonde) haben.

Ich wurde zwar nicht mehr wie ein Essgestörter behandelt und beim Essen bevormundet, was ich sehr zu schätzen wusste, das Personal wusste aber immer noch nicht wie man mir internistisch oder psychologisch helfen könnte. Man meinte, die beste Strategie wäre, einfach meine Durchfälle zu ignorieren. Ich sollte einfach wie ein normaler Mensch essen, selbst wenn ich starke Durchfälle hatte. Dass ich damit nicht leben konnte, wurde nicht verstanden. In der Verhaltenstherapie wurde nur versucht, mein Essverhalten zu „normalisieren“, so als ob dadurch auch meine Verdauungssymptomatik sich normalisieren würde, was natürlich nicht der Fall ist. Mich Durchfällen auszusetzen und nicht meine Verdauung durch eine bestimmte Ernährungsweise zu kontrollieren, machte alles nur schlimmer, weil sich meine Ängste mit jeder negativen Erfahrung verfestigten. Aus meinen letzten beiden Aufenthalten fehlen mir noch die Krankenakten.

Nachdem ich zwei Gespräche mit der Psychologin Frau Beyer im TWW hatte, von der auch eine Fehlbehandlung negiert wurde, und in denen ich Dr. Sänger als Psychopathen bezeichnete, wurde mir ein psychiatrischer Gutachter (Dr. Braatz) geschickt. Obwohl ich in dem Gespräch fast nur über die Zwangsernährung sprach, wurde diese im Gutachten mit keinem Wort erwähnt, dafür stufte er mich als "krankhaft geistig gestört" und "geschäftsunfähig" ein. Richter Lomb, der zwei Jahre vorher die Zwangsernährung bewilligt hatte, entschied sich dieses Mal gegen das Gutachten, und hob die Betreuung auf.

Obwohl die Charité in Fachkreisen als Expertise in der Behandlungen von Essstörungen gilt, liegen sie in den Bewertungen unter allen deutschen Anorexie-Kliniken an vorletzter Stelle. Über die Hälfte der PatientInnen ziehen keinen Nutzen oder sogar Schaden aus der Therapie. Das entspricht einer geringeren Wirksamkeit als ein Placebo!

Ich hatte bei allen Aufenthalten immer versucht, die Zwangsernährung zu thematisieren, was konsequent vom Personal abgeblockt wurde. Ich hatte auch immer von einem schweren erlebten Trauma berichtet. Schließlich wurde ein Test gemacht, um zu objektivieren, ob ich ein Trauma-Patient sei. Ich zeige sämtliche psychischen und körperlichen Symptome eines schweren Traumas.

 

 

Eine Posttraumatische Belastungsstörung kann unmittelbar nach einem traumatischen Erlebnis auftreten – oder erst Wochen, Monaten oder sogar Jahre später Symptome verursachen. Die Beschwerden halten üblicherweise länger als einen Monat an und bessern sich meist nicht von selbst:

Belastende Erinnerungen, Gedächtnislücken, Alpträume

Kennzeichnend für die PTBS ist, dass die Betroffenen das Trauma in Gedanken oder Gefühlen ungewollt immer wieder durchleben. Kleine, harmlose Reize – ein Geräusch, ein Geruch, ein Bild – können genügen, um das traumatische Geschehen wieder aufflackern zu lassen, als passiere es erneut im "Hier und Jetzt". Das Gefühl will sich nicht einstellen, dass das schreckliche Ereignis doch eigentlich in der Vergangenheit liegt und vorbei ist.

Die Erinnerungen an das Trauma müssen aber keineswegs vollständig sein. Es können Erinnerungslücken bestehen. So sehen längst nicht alle Betroffenen das Geschehen vor ihrem geistigen Auge ablaufen. Manche können sich überhaupt nicht an Bilder erinnern. Andere sind nicht in der Lage, über das Erlebte zu sprechen. Doch sie spüren zum Beispiel wieder dieselbe Angst und Hilflosigkeit, die sie in der traumatischen Situation erlebt haben. Sie empfinden plötzlich wieder das gleiche Herzklopfen oder den gleichen körperlichen Schmerz.

Intrusionen oder Flashbacks heißen solche sich aufdrängenden, unkontrollierbaren Erinnerungsbruchstücke. Häufig kehren die Eindrücke auch in Form von Alpträumen wieder.

Weitere Symptome: Schlafstörungen, Angst, Übererregbarkeit

Viele Betroffene leben nach dem Trauma in einem Gefühl anhaltender Bedrohung. Sie empfinden ihre Umwelt auf einmal als unsicher und gefährlich – ein ständiger Stress für Körper und Seele. Mögliche Folgen sind Ängste, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit oder Konzentrationsstörungen.

Mögliche Folge: Vermeidungsverhalten, Rückzug, Schuldgefühle

Betroffene versuchen oft, jegliche Situation zu meiden, die an das Trauma erinnern könnte. Sie halten sich zum Beispiel von bestimmten Orten fern. Oder sie reden nicht über das Geschehene, verdrängen alle Gedanken daran. Psychologen sprechen von Vermeidungsverhalten. Es kann Angstgefühle zusätzlich verstärken.

Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung fühlen sich häufig körperlich und emotional erschöpft. Viele ziehen sich deshalb zurück, reduzieren den Kontakt zu anderen, wirken teilnahmslos und gleichgültig.

Manche blenden ihre eigenen Gefühle völlig aus. Andere kämpfen mit depressiven Verstimmungen. Auch Schuldgefühle und Scham können mit dem Erlebten verbunden sein und bis hin zum Selbsthass führen.

Körperliche Symptome

Eine PTBS kann körperliche Beschwerden auslösen, für die der Arzt keine organische Ursache findet, beispielsweise Schmerzen. Die Belastungsstörung beeinflusst manchmal auch den Verlauf körperlicher Krankheiten wie Herz-Kreislaufkrankheiten ungünstig.

 

Es wurde zwar für gut möglich gehalten, dass ich frühkindliche traumatische Erlebnisse und weitere Traumata (schwerer Fahrradunfall, Suizid meines Bruders), ein iatrogenes Trauma wurde ab er ausgeschlossen.

In der Regel vertrauen Ärzte blind ihren technischen Daten und Multiple Choice Test. In diesem Fall entschied sich der Oberarzt Dr. Tuinmann seiner langjährigen Berufserfahrung folgend, dass die Zwangsernährung kein Trauma für mich darstellen würde. 

Im klinischen Kontakt ergaben sich jedoch keine Hinweise auf eine PTBS. Sicherlich war der maximal erlebte Autonomie- und Kontrollverlust eine erhebliche Belastung für Herrn S., wodurch sein narzisstisches Gleichgewicht gestört wurde.

 

Wenn man die gleiche Aussage über Holocaust-Opfer machen würde, könnte man in Deutschland dafür zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden. Als ich den gleichen Oberarzt über die Zwangsernährung erzählte, konnte er nicht verstehen, warum man mich kurz vor meinem Tod entlassen hatte, er hätte mich wahrscheinlich bis zu meinem Tod weiter zwangsernährt, weil er unfähig war, eine Fehlbehandlung zu erkennen. Es geht hier auch wieder hervor, dass die Charité-Ärzte die Zwangsernährung als legitime Behandlung, um mein „krankhaftes“ Autonomiebedürfnis und meinen „Narzissmus“ zu therapieren, weil ich mich ihnen nicht unterordne und sie nicht als Autoritäten akzeptiere. In den USA wurden früher entflohenen Sklaven die psychiatrische Diagnose Drapetomanie gegeben, welche harsche Disziplinierungsmaßnahmen rechtfertigte.

Die Realität ist spiegelverkehrt. Meine Existenz stört das narzisstische Gleichgewicht von vielen Ärzten und Psychologen. Sie können es nicht verkraften, wenn ein Patient sich nicht bedingungslos ihrer Autorität unterwirft. Die Einzelsitzungen mit dem Oberarzt, in denen er mir biochemische Körpervorgänge erklärte waren nicht sehr hilfreich und dienten mehr dazu, mit seinem Fachwissen anzugeben. Meine Weltanschauung ist so diametral entgegengesetzt und ich mache kein Geheimnis daraus, was ich von Schulmedizin und postmoderner Psychologie halte, deswegen müssen sie mein Verhalten pathologisieren, weil sonst das Kartenhaus ihrer Lebenslügen schnell zusammen brechen würde. Psychologen und Ärzte haben in der Regel ein sehr grandiosen Selbstbild, würden sich aber natürlich nicht selbst als narzisstisch bezeichnen, obwohl sie objektiv viele Statussymbole haben und nach gesellschaftlicher Anerkennung, beruflichem Erfolg und materiellen Dingen streben, was man von mir mit Sicherheit nicht behaupten kann.

Sämtliche Ärzte, die ich kennen gelernt habe, hatten ein so rigides Glaubensgebäude, dass sie meine Metabolismus-Anomalie nicht für möglich halten, selbst wenn sie es schwarz auf weiß sehen. Meine extremen Gewichtsschwankungen werden für Messfehler oder körperwasserbedingt, gehalten. Nachdem mir der Beschluss meiner Zwangsernährung mitgeteilt wurde, verlor ich in zwei Tagen 4 kg Gewicht, was normalerweise nur mit Diuretika oder bei starken Entgiftungen möglich sein würde. Solche Gewichtsschwankungen wurden bei mir über viele Jahre regelmäßig beobachtet.

 

Meine passiv aggressive Verhaltensweise wurde meiner Persönlichkeitsstörung zugeschrieben, weil Ärzte nicht meine Kritik an der Therapie und der Schulmedizin allgemein annehmen konnten. Es sollte verständlich sein, dass es große Frustrationsgefühle hervorruft, wenn jahrelang in der Behandlung objektiv alles falsch gemacht und das Krankheitsbild nicht verstanden wird. Auch musste ich miterleben, wie viele Mitpatienten fehlbehandelt und zu Grunde gerichtet wurden. Die Ärzte und Therapeuten konnten nicht sehen, welchen Psychoterror ihre Behandlung für mich bedeutete, obwohl offensichtliche kausale Zusammenhänge zwischen Behandlungsmethoden und meiner Verfassung zu sehen waren.

Ich könnte mir kaum ein schlimmeres Stigma vorstellen. Mein Verhalten wurde entweder als maßlose narzisstische Selbstüberschätzung gedeutet, oder als abgrundtiefer masochistischer Selbsthass. Mir wurde unterstellt, dass ich bemuttert werden will, oder lügen würde, mich nur anstellen würde, oder im Bett liege, um soziale Situationen zu vermeiden, ich würde nur aus Opposition handeln. Mir wurde bei meiner Selbstwahrnehmung und Lebensgestaltung weniger zugetraut, als ein Kleinkind. Es wurde mir gesagt, ich wäre grenzenüberschreitend, weil ich mich nicht um gesellschaftliche Normen kümmere, es bestand aber keine Selbsteinsicht, dass meine Grenzen von ihnen ständig noch viel weiter überschritten wurden.

 

In der psychologischen Evaluation des letzten Aufenthaltes steht auch wieder, dass ich mich „als nicht liebenswert“ und „wertlos“ wahrnehmen würde. Das habe ich mit Sicherheit nie gesagt, dieses Selbstbild wurde mir allerdings jahrelang suggeriert. Da sie mich nämlichen am anderen Ende der sozialen Hierarchie sahen, erwarteten sie, dass ich die Therapien und Empfehlungen annehmen müsste, ohne sie in Frage zu stellen. Dass ich sehr selbstbewusst bin und es oft besser zu wissen glaubte, war der Beweis für Narzissmus, aber Selbstbewusstsein und Eigenliebe ist nicht dasselbe wie Narzissmus. Es konnte nicht verstanden werden, warum ein Aufbau von neuen sozialen Kontakten in meiner Verfassung, besonders während ich so stark unter meiner Verdauung litt, nicht funktionieren konnte. Aber es ist keine Fehleinschätzung, dass mich dieses psychiatrische Stigma und die Traumatisierung zu einem gesellschaftlichen Außenseiter gemacht hat. Ich kenne viele, die schon ihre Psychiatrie-Aufenthalte wegen Depression vor ihren Bekannten verheimlichen, weil es so stigmatisierend ist.

Ich bin mit meiner Vergangenheit überempfindlich, was zwischenmenschliche Beziehung zusätzlich erschwert. Ich lehne es auch ab, mich zu verstellen, nur um von anderen akzeptiert zu werden. Ich bin sehr direkt und ehrlich und habe exzentrische Ansichten, womit die meisten nicht umgehen können.

 

Meine asketische Lebensweise wurde auch hier wieder als Selbstbestrafung interpretiert. Es wurde nicht verstanden, dass auch Verzicht und Enthaltsamkeit eine innere Befriedigung und einen Lustgewinn verschaffen kann. Für Psychologen und Ärzte ist es nicht vorstellbar, dass ich in meiner Rohkostzeit kein gekochtes Gourmet-Essen vermisst habe, nur die Qualität der Früchte hätte oft besser sein können. Für manche Menschen bedeutet es das größte Glück, den Mt. Everest zu besteigen, was mit starken körperlichen Entbehrungen einhergeht. Meine jahrelangen Reisen waren für mich eine wichtige und wertvolle Lebenserfahrung und kein „Vermeidungsverhalten“, wie die Psychologen sagen. Es ist für mich nicht erstrebenswert, einen Platz in dieser Gesellschaft mit einem konventionellen Beruf und einer traditionellen Familie zu haben. Mir fehlten damals aber die finanziellen Mittel, mir im Ausland eine eigene Existenz aufzubauen.

 

 

Auch meine sexuelle Enthaltsamkeit war keine Selbstkasteiung, sondern war dadurch bedingt, dass mir die passende Partnerin fehlte. Die Verhaltenstherapie bestand darin, mich dahin zu manipulieren, wie ein normaler Mensch Pornos und Junk Food zu konsumieren, was ich als übergriffig empfand. Es wurde vom Therapeuten-Team nicht akzeptiert, dass ich ein gutes Verständnis von meiner Problematik habe, sowohl körperlich, als auch sozial, es dafür aber keine einfache Lösung gibt. Nur eine Fäkaltransplantation hätte mein Durchfallproblem unmittelbar heilen können, das stand aber zu keinem Zeitpunkt zur Debatte. Es hätte hingenommen werden müssen, dass ich kein konformistisches Leben in dieser Gesellschaft werden können. Ich bräuchte eine Destigmatisierung und eine (finanzielle) Wiedergutmachung, um wieder ein glückliches Leben führen zu können, aber kein einziges Mal wurden meine Fehlbehandlungen eingestanden. In allen meinen Therapien wurden „bewährte“ Behandlungsweisen verwendet, ohne zu sehen, dass diese in meinem individuellen Fall meistens sogar schädigend war. Ich hätte mich gerne einfach wie ein normaler Mensch unterhalten, anstelle die standardisierte Verhaltenstherapie für Anorektiker zu bekommen.

Ich bin ein großer Fan von Daniel Mackler. Von diesem Lied habe ich gerade einen Ohrwurm.

Eine ausgezeichnete Einführung, wie Psychiatrie funktioniert.



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An Experience Much Worse Than Rape’: The End of Force-Feeding?
Ein Kapitel aus dem Buch "A History of Force Feeding" von Ian Miller.
Das vollständige Buch ist hier zu lesen: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-319-31113-5
Miller2016_Chapter_AnExperienceMuchWorse
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Ein Dokumentarfilm von Daniel Mackler über Schizophrenie, wo die Heilungserfolge ohne Psychopharmaka deutlich besser sind.



Ein humorvoller Scientologe und die deutsche Greta, welche bedauerlicherweise etwas kamerascheu ist bei der Ausstellung "Psychiatrie - Nebenwirkung Tod".

Ein Kritikpunkt von N. (Foto links) war, dass auf der Patientenverfügung Lobotomie genannt wird, obwohl diese in der Gegenwart nicht mehr praktiziert wird, und dass den Menschen auf diese Weise Angst gemacht wird. Die Psychiatrie hat aber besser getarnte Nachfolger entwickelt, wie Dr. Peter Breggin in diesem Video erklärt.

 

 

 

 

 

 

Elon Musks Brain Chip geht in die selbe Richtung.