Mit Stromstößen gegen Depressionen (Zeitungsartikel + Kommentar)

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Mit Stromstößen gegen Depressionen (von Tim Zülch)
Zeitungsartikel über Elektroschock-Therapie (NEUES DEUTSCHLAND 15.06.19)
Mit Stromstößen gegen Depressionen (Tim
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Der Artikel ist insgesamt sehr gut gelungen, ich möchte aber mein Kommentar abgeben.

Zur Korrektur will ich richtig stellen, dass ich nur einen Tag fixiert war und ich verschwommene Erinnerungen an die Zeit der EKT-Behandlung habe. Normalerweise wird der Sachverhalt eher verharmlost, deswegen halte ich eine journalistische Dramatisierung für ausgleichende Gerechtigkeit.

 

Die erzwungene Unterschrift wird sich vor Gericht leider nicht beweisen lassen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt an die absurde Vorstellung geglaubt, Elektroschocks könnten meine Probleme lösen. Der Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie war für mich die Hölle, ich wusste, dass ich dort nicht lange überleben würde, und dass ich compliant sein musste, um dort raus zu kommen. Mit einer gesetzlichen Betreuerin, die mich nicht leiden konnte und einem sadistischen Oberarzt hätte ich unbegrenzt dort gefangen gehalten werden können. An der Unterschrift erkennt man den indirekten Zwang.

 

Das Theodor-Wenzel-Werk (TWW) dementiert die Vorwürfe ihres ehemaligen Patienten Steuber und teilt auf nd-Anfrage mit: »Behandlungen gegen den erklärten Willen und/oder unter Widerstand des Patienten führen wir hier nicht durch«.

 

Sehr bedauerlich, dass ihr bei meiner Zwangsernährung eure Leitlinie vergessen habt, die eindeutig gegen meinen Willen war!

 

EKT wird in Deutschland in manchen Fällen auch gegen Patientenwillen durchgeführt. Bei mir musste die medikamentöse Behandlung aufgrund meiner Leberwerte zuerst runterdosiert und schließlich vollständig ausgesetzt werden, und sie hatte sowieso wie auch die Psychotherapie keine Verbesserung erzielt und das psychiatrische Therapieangebot war damit auch schon erschöpft.

Die Zwangsernährung wurde auch ohne meine Einwilligung richterlich erzwungen. Und sie sollte sehr offensichtlich auch meine Drapetomanie und meine „narzisstische Persönlichkeitsstörung“ therapieren und nicht mein Untergewicht. Es war eine Disziplinierungsmaßnahme für meinen Ungehorsam.

Auch wenn sich die Psychiatrie als eine Wissenschaft darstellt, hat sie nicht den Anspruch den Wirkungsmechanismus von Elektroschock“therapie“ erklären zu können. Es reicht, dass es eine „Response“ gibt. Dass diese besser als bei Antidepressiva ist, sollte nicht erstaunen. Dass sie auf einem Gehirnschaden beruht, genau wie bei Leukotomie, wird natürlich verschwiegen.

Ernest Hemmingway war über den Verlust seiner geistigen Fähigkeiten so deprimiert, dass er nach einer EKT-Behandlung Selbstmord beging.

 

Auch wenn ich jetzt immer noch überdurchschnittlich intelligent bin, habe ich doch beträchtlich an Konzentration, Gedächtnis und Denkgeschwindigkeit eingebüßt.

 

Über die eigentlichen Skandale, die erst nach der EKT-Behandlung folgten, haben Journalisten bis jetzt aus Angst vor Klagen nicht berichtet.

 

 

https://www.dgsp-ev.de/fileadmin/user_files/dgsp/pdfs/VA_Flyer/2018/ESchock_Symposium_DGSP_2018.pdf


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Ich bin ein großer Fan von Daniel Mackler. Von diesem Lied habe ich gerade einen Ohrwurm.

Eine ausgezeichnete Einführung wie Psychiatrie funktioniert.



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An Experience Much Worse Than Rape’: The End of Force-Feeding?
Ein Kapitel aus dem Buch "A History of Force Feeding" von Ian Miller.
Das vollständige Buch ist hier zu lesen: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-319-31113-5
Miller2016_Chapter_AnExperienceMuchWorse
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Force-feeding of rational prisoners has been a source of controversy for over a century. And recently, it has been a source of widespread condemnation by medical and human rights associations. Physicians for Human Rights and the American Medical Association both declared that, “forcible feeding is never ethically acceptable.” The World Medical Association released guidelines “concerning torture and other cruel, inhuman, and degrading treatment,” which specifically address force-feeding — and these guidelines were endorsed by the Red Cross.




Ein Dokumentarfilm von Daniel Mackler über Schizophrenie, wo die Heilungserfolge ohne Psychopharmaka deutlich besser sind.


Mit ELIZA als Therapeutin hätte ich vielleicht sogar Nutzen aus der Psychotherapie ziehen können.


Ein Kritikpunkt von N. (Foto links) war, dass auf der Patientenverfügung Lobotomie genannt wird, obwohl diese in der Gegenwart nicht mehr praktiziert wird, und dass den Menschen auf diese Weise Angst gemacht wird. Die Psychiatrie hat aber besser getarnte Nachfolger entwickelt, wie Dr. Peter Breggin in diesem Video erklärt.

 

 

 

 

 

 

Elon Musks Brain Chip geht in die selbe Richtung.